DLD: Ein Resumee

January 27, 2009 at 3:44 pm 3 comments

Ich komme gerade vom DLD. Und bin mir mal wieder nicht sicher. 

Für alle, die mit DLD nichts anfangen können: Der DLD (Digital – Life – Design) ist eine Mischung aus europäischem TED, Think Tank, New-Media-Branchentreffen und  Verlags-Werbesendung. Veranstaltet wird die dreitägige Konferenz von Dr. Hubert Burda und dem Investor Yossi Vardi. Die Veranstaltung geht ins fünfte Jahr und wahrlich hat große Sprecher und Namen gesehen: Esther Dyson, Sir Norman Foster, Arianna Huffington, Konstantin Grcic, Chad Hurley, David Kirkpatrich, Gerhard Florin, Joi Ito, Mark Zuckerberg, Michael Arrington, Olivieri Toscani, Rene Obermann, Tyler Brûlé, Walt Mossberg, Marc Samwer, Bruce Sterling, Elafur Eilasson, Thomas Demand… Ach ja: Asimo, der Roboter, war auch da.

Aber auch bei meinem dritten Besuch bin ich hin- und hergerissen, was die Qualität der Veranstaltung angeht. Manches ist wunderbar. Die Atmosphäre ist herrlich intim, alles ist großartig organisiert, die Rednerliste hochkarätig, manche Vorträge durchaus neu, anregend, erfrischend. Alles Brainfood vom Feinsten…

…aber: 

  • Jeder dritte Vortragende hatte Probleme, seine Powerpoint-Präsentationen zum Laufen zu bringen. Muss man wirklich live aus dem Internet streamen, wenn sich 200 Leute eine Leitung teilen? Und gibt es nicht ein Heer von berufenen Technikern, die die Präsentationen am Vortag testen könnten? 
     
  • Selbstbeweihräuchernde Designer, die nur durch beherztes kollektives Wegklatschen vom Rednerpult zu vertreiben sind und anschließend im Panel auf dem Handy ihre Mails checken, sind kollektive Zeitverschwendung. Nie, nie, nie wieder solche Menschen einladen. Danke. 
     
  • Panels, die kuschelweich moderiert werden, sind fraqin’ waste of time. Vieles brachte dem Publikum keinerlei neuen Einsichten. 
     
  • Ohne klare thematische Stoßrichtung bleibt der DLD eine 3-tägige Aphorismensammlung. 

Hier der Vorschlag eines unbedarften Teilnehmers: Zwei bis drei thematisch geklammerte, aktuelle Themenstränge, die von mehreren Seiten durch Vorträge, Panels und Diskussionen beleuchtet werden, brächten mir persönlich mehr als das extrem breite Konferenzprogramm.  

Trotzdem. Nächstes Jahr will ich wieder hin. Wenn’s die immer knappere Gästeliste zulässt.

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3 Comments Add your own

  • 1. Harald Taglinger  |  January 27, 2009 at 7:30 pm

    Full ack. Fand die Veranstaltung 2006 gottbegnadet, die 2007 nett, und sehe nun aus der Weite große Redundanzen. Aber so etwas in Deutschland überhaupt zu stemmen… Kompliment und Chapeau.

    Reply
  • 2. evecreative  |  January 27, 2009 at 10:30 pm

    Das Gefühl, einer großen digitalen Familie anzugehören, bleibt. Die Erkenntnis, dass in den geschützten Hallen in den letzten drei Tagen neben Egomanien at their best, auch durchaus das Nicht-Hinterfragen seine Bühne hatte, allerdings auch. Vielleicht sollten die Macher vom DLD zwei Dingen eine größere Bühne bauen: bahnbrechenden Präsentationen wie sie im letzten Jahr Bjarke Ingles gehalten hat und mehr Raum für den Dialog zwischen den hochgespannten Köpfen im Publikum und den Mogulen dort oben auf dem Podium.

    Reply
  • 3. anatollocker  |  January 28, 2009 at 4:12 pm

    Und nicht zu vergessen: Man lernt auf dem DLD immer wieder nette Leute kennen😉

    Reply

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